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Krankheitsverlauf bei Neurodermitis
Je früher Neurodermitis auftritt, desto wahrscheinlicher ist ein Krankheitsverlauf, der mit einer Linderung der Beschwerden im Erwachsenenalter einhergeht.
Neurodermitis

Krankheitsverlauf bei Neurodermitis

Der Krankheitsverlauf bei Neurodermitis ist nicht einheitlich. Die Krankheit entwickelt sich bei jedem Patienten unterschiedlich, wobei eine angepasste Therapie bei den meisten Patienten eine beständige Linderung der Symptome bewirken kann.

Allerdings gibt es gewisse altersbedingte Regelmäßigkeiten beim Verlauf von Neurodermitis. Unterschiedliche Studien konnten zeigen, dass schwere Verläufe der Neurodermitis insbesondere im Säuglings- und Kleinkindalter auftreten.

Krankheitsverlauf bei Neurodermitis im Kindesalter

Diese schweren Verläufe der Neurodermitis im Kindesalter zeigen sich insbesondere durch Krankheitsschübe. Solche Schübe können einerseits durch die Überreaktion des Immunsystems ausgelöst werden und andererseits durch das Eindringen von Fremdstoffen in die Hautbarriere. Gerade bei Säuglingen, bei denen die Auslöser für Neurodermitis meist noch unbekannt sind, reagiert das ohnehin noch instabile Immunsystem durch die auslösenden Trigger stark mit Reizungen und Entzündungen der Haut.

Bei kleinen Kindern kommt erschwerend hinzu, dass sie noch nicht verstehen, dass heftiges Kratzen die Symptome verschlimmert. Gerade bei Kindern werden Krankheitsschübe deshalb oft durch offene Hautstellen verursacht, in die Bakterien wie der Staphylococcus aureus oder Viren wie Ekzema herpeticatum eindringen und Infektionen auslösen können.

Beginnt eine Neurodermitis im ersten oder zweiten Lebensjahr, reguliert sich die Schwere der Symptome bei etwa zwei Drittel der Patienten mit Beginn der Schulzeit bis hin zur Pubertät. Patienten mit einem frühen Krankheitsbeginn haben entsprechend in der Regel eine bessere Prognose, dass die Neurodermitis bis zum Erwachsenenalter deutlich zurückgeht.

Krankheitsschübe bei Erwachsenen

Bei etwa 30 Prozent der Patienten bleibt Neurodermitis ein Leben lang bestehen. Auch im Erwachsenenalter haben die Betroffenen dann mit trockener und schuppender Haut zu kämpfen. Studien zufolge leiden etwa drei Prozent der Erwachsenen über 30 Jahren an einer ausgeprägten Form der Neurodermitis mit heftigen Krankheitsschüben, die durch individuelle Trigger ausgelöst werden. Meist tendiert die Haut von Neurodermitis-Patienten besonders im Herbst und Winter zu Krankheitsschüben, weil Kälte und Nässe vor allem in dieser Jahreszeit die Haut zusätzlich beanspruchen.

Sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen hat es oberste Priorität, die individuellen Auslösefaktoren herauszufinden und möglichst durchgehend zu meiden. Eine regelmäßige, angepasste Pflege sorgt bei junger wie auch reiferer Haut für eine Stärkung der Hautbarriere und kann so unter Umständen Krankheitsschüben vorbeugen.

Sabrina Mandel