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Neurodermitis
Diagnose von Neurodermitis

Die Diagnose von Neurodermitis beginnt mit der Anamnese, also der Befragung des Patienten durch den behandelnden Arzt. Der Arzt wird fragen, inwieweit Allergien beim Patienten oder in seiner Familie bekannt sind, inwieweit der Patient schädlichen Umwelteinflüssen oder Stress ausgesetzt ist und wie sich der Verlauf der Hautveränderungen darstellt. Da in 80 Prozent aller Diagnosen von Neurodermitis Allergien als auslösende Faktoren, sogenannte Triggerfaktoren, festgestellt werden, wird der Arzt in der Regel Allergietests durchführen, um festzustellen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Stellt der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung einen erhöhten Spiegel des Immunglobulins E fest, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose von Neurodermitis.

Diagnose von Neurodermitis

Die Diagnose der Neurodermitis beginnt mit einer Befragung des Patienten durch den behandelnden Mediziner, der Anamnese. Hinweise auf eine Diagnose von Neurodermitis liefern atopische also allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder chronisches Asthma beim Patienten selbst oder innerhalb seiner Familie. Weitere Hinweise bei der Befragung liefern die Verteilung der betroffenen Hautstellen sowie mehr oder weniger stark ausgeprägter Juckreiz.

Für eine Diagnose von Neurodermitis spricht auch ein frühes Erscheinen der Krankheit in der Kindheit sowie das Auftreten der Neurodermitis in Schüben. Der Arzt wird auch erfragen, inwieweit der Betroffene Kontakt zu schädlichen Umweltfaktoren wie Tabakrauch oder Abgasen hat und ob Witterungsbedingungen wie Trockenheit oder Schwüle den Zustand der Haut beeinflussen.

Da auch psychosomatische Faktoren wie Stress, Schlaflosigkeit oder Depressionen als Triggerfaktoren bei der Diagnose von Neurodermitis gelten, wird der Arzt nach dem seelischen Wohlbefinden des Patienten fragen.

Die körperliche Untersuchung bei der Diagnose von Neurodermitis

Im Anschluss wird er den Körper des Patienten in Augenschein nehmen. Dabei gibt es mehrere Anzeichen, die die Diagnose von Neurodermitis stützen: trockene Haut und eine starke Linienzeichnung an den Innenflächen der Hände, eine doppelte Lidfalte unter den Augen sowie dunkle Haut im Bereich der Augen. Ein weiteres sichtbares Anzeichen für Neurodermitis ist der sogenannte weiße Dermographismus. Streicht man fest über die Haut, so verbleiben weiße Linien, die sich bei gesunden Personen rot färben.

Allergietests bei der Diagnose von Neurodermitis

Bestätigen sich all diese Tests und unterstützen die Diagnose von Neurodermitis so werden Allergietests durchgeführt, weil bei rund 80 Prozent der Patienten allergische Reaktionen als Triggerfaktor Neurodermitis auslösen. Allergietests dienen bei der Diagnose von Neurodermitis dazu herauszufinden, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Leidet er unter einer Allergie, wird der Arzt bei der Blutuntersuchung mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erhöhten Spiegel des Immunglobulins E feststellen.

Beim Prick-Test ritzt der Arzt kleine Stellen auf der Haut ein und bringt dort kleine Mengen bestimmter Allergene ein. Dieser Test kann nachweisen, auf welchen Stoff der Patient allergisch reagiert, nicht aber ob diese allergische Reaktion auch die Neurodermitis auslöst.

Beim Atopy-Patch-Test wird der Stoff, der vermutlich zu einer Allergie beim Patienten führt, auf ein Pflaster aufgebracht, welches dann für 48 Stunden auf der Haut des Patienten belassen wird. Dieser Test kann mit hoher Wahrscheinlichkeit beantworten, ob der fragliche Stoff beim Patienten zur Bildung eines Ekzems führt, wie es im Falle der Neurodermitis häufig vorkommt.

Die hier beschriebenen Tests, auch Provokationstests genannt, dürfen ausschließlich von einem Arzt durchgeführt werden, da sie im schlimmsten Fall bei einer starken allergischen Reaktion auch zu einem Herzstillstand führen können.

Guido Maiwald

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Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Neugeborene mit einem hohen Risiko an einer Allergie zu erkranken, geschützt werden können, wenn sie mindestens ein halbes Jahr von der Mutter gestillt werden. Müttern wird zudem angeraten während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes den Kontakt mit Tabakrauch zu meiden. Viele Betroffene erleiden aufgrund ihrer eigenen oder der Erkrankung ihres Kindes psychische Probleme und Stress. Auch hier sollten sich Betroffene dringend Hilfe suchen, da psychischer Stress Neurodermitis auslösen oder verschlimmern kann. Die bei Entzündungen im Rahmen der Neurodermitis oft verschriebenen Kortisonpräparate können durch andere Präparate ersetzt werden, die die Haut schonen.

Neurodermitis wird auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet und kann abhängig von der Stärke der Ausprägung in drei Stadien eingeteilt werden. Als Symptome erscheinen auf der Haut Rötungen, Schuppungen, Entzündungen, Bläschen und Knoten bis hin zu rissiger Haut. Besonders unangenehm für Neurodermitispatienten ist in der Regel der Juckreiz und häufig auch ein Brennen der Haut. Die Krankheit entsteht, weil die Haut aufgrund verschiedener Ursachen nicht mehr fähig ist, sich vor Umwelteinflüssen zu schützen. In Deutschland sind rund 3,8 Millionen Menschen von Neurodermitis betroffen, Kinder häufiger als Erwachsene. Eine atopische Dermatitis kann zwar nicht geheilt werden, doch gibt es diverse Therapieansätze, die helfen die Lebensqualität der Betroffenen zu bessern.

Therapie Neurodermitis

Die Stillung des Juckreizes, die Pflege der Haut und die Verhinderung allergischer Reaktionen sind die wichtigsten Ansätze bei der Therapie von Neurodermitis. Haben Allergietests nachgewiesen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert, so ist er angehalten, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Bei der Hautpflege haben sich Salben und Cremes mit Harnstoff, auch Urea genannt, bewährt. Auch feuchtigkeitsspendende und rückfettende Cremes sollten bei der Hautpflege eingesetzt werden. Die Reinigung der Haut mit pH-neutralen Produkten ist ebenfalls zu empfehlen. Gegen den Juckreiz können auch feuchte Umschläge helfen. Wichtig ist auch die disziplinierte und tägliche Mitarbeit des Patienten für die Linderung der Symptome.