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Neurodermitis
Therapie von Neurodermitis

Die Stillung des Juckreizes, die Pflege der Haut und die Verhinderung allergischer Reaktionen sind die wichtigsten Ansätze bei der Therapie von Neurodermitis. Haben Allergietests nachgewiesen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert, so ist er angehalten, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Bei der Hautpflege haben sich Salben und Cremes mit Harnstoff, auch Urea genannt, bewährt. Auch feuchtigkeitsspendende und rückfettende Cremes sollten bei der Hautpflege eingesetzt werden. Die Reinigung der Haut mit pH-neutralen Produkten ist ebenfalls zu empfehlen. Gegen den Juckreiz können auch feuchte Umschläge helfen. Wichtig ist auch die disziplinierte und tägliche Mitarbeit des Patienten für die Linderung der Symptome.

Therapie von Neurodermitis

Da Neurodermitis nicht heilbar ist, beschränkt sich die Therapie von Neurodermitis darauf, die Symptome zum Verschwinden zu bringen oder zumindest zu lindern. Ziel jeder Therapie von Neurodermitis ist es, die Lebensqualität des Patienten, wenn möglich, entscheidend zu verbessern. Dabei fußt die Therapie von Neurodermitis auf acht Säulen: den Vermeidungsstrategien, der Basispflege, der Behandlung des Juckreizes, der Vorbeugung vor Infektionen, antientzündlichen Maßnahmen, der Hyposensibilisierung, alternativmedizinischen Maßnahmen und der Schulung und Aufklärung des Patienten.

Vermeidungsstrategien bei der Therapie von Neurodermitis

Vermeidungsstrategien richten sich an Stoffe, die beim Betroffenen allergische Reaktionen auslösen. Wurde etwa bei Allergietests festgestellt, dass der Patient auf Konservierungsstoffe in Kosmetika allergisch reagiert, so sollte er den Kontakt zu diesen Substanzen vermeiden. Gleiches gilt für Bekleidungsmaterialien, Lebensmittel sowie Tierhaare oder andere Substanzen, die beim Patienten eine allergische Reaktion auslösen.

Pflege der Haut

Bei der Therapie von Neurodermitis spielt auch die Basispflege der Haut eine wichtige Rolle. Betroffenen wird geraten die Haut täglich mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Cremes oder Salben zu pflegen. Bewährt hat sich bei Neurodermitis Harnstoff, der Feuchtigkeit in der Haut bindet. Ob Cremes oder Salben benutzt werden, ist abhängig vom Zustand der Haut, dem Alter des Patienten und der Jahreszeit und sollte mit dem Hautarzt besprochen werden. Auch die Reinigung der Haut mit pH-neutralen Produkten unterstützt die Therapie von Neurodermitis.

Die Stillung des Juckreizes und allergischer Reaktionen bestimmen die Therapie von Neurodermitis

Juckreiz quält Patienten mit Neurodermitis und setzt einen Teufelskreis in Gang. Wird an juckenden Hautstellen gekratzt, juckt es noch mehr und die Haut wird weiter geschädigt. Hilfreich sind feuchte Umschläge, eventuell mit gerbenden Substanzen wie schwarzem Tee oder Antihistaminika, die den Botenstoff Histamin unterdrücken, der den Juckreiz bei Neurodermitis auslöst. Um Entzündungen zu behandeln, werden bei der Therapie häufig Kortisonpräparate eingesetzt, die jedoch nicht dauerhaft verwendet werden sollten.

Auch die Behandlung mit UV-Licht kann bei der Therapie von Entzündungen hilfreich sein, sollte jedoch nur auf Anraten des Arztes und nicht mit gleichzeitiger Medikamentierung erfolgen. Bei Kindern rät die Leitlinie Neurodermitis von dieser Form der Therapie ab. Bei der Behandlung von Infektionen mit Bakterien werden häufig Antibiotika angewandt.

Wird eine Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert, kann eine Hyposensibilisierung hilfreich sein, bei der der Körper behutsam an die allergenen Stoffe gewöhnt wird. Die Wirksamkeit alternativer Heilverfahren wie der Homöopathie oder Akupunktur sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Bei der Therapie von Neurodermitis sind Selbstdisziplin und Mitarbeit des Patienten von großer Bedeutung. Nur die intensive Beachtung der vom Facharzt verordneten Regeln im Alltag kann helfen, die Symptome der Neurodermitis zu lindern.

Guido Maiwald

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An der Entstehung von Neurodermitis sind viele Faktoren beteiligt. Die medizinische Forschung ist sich sicher, dass eine genetische Veranlagung, etwa eine Erkrankung der Eltern an Neurodermitis oder anderen Allergien, die Entstehung von Neurodermitis bei Kindern in hohem Maße begünstigt. Neben der Veranlagung können auch bestimmte Umwelteinflüsse auslösende Faktoren sein, sogenannte Triggerfaktoren. Solche Triggerfaktoren für Neurodermitis sind z. B. verschiedene Lebensmittel, Konservierungsstoffe etwa in Kosmetika, Tabakrauch, Dieselabgase, Ozon, Antigene auf der Oberfläche etwa von Haustierhaaren oder dem Kot von Hausstaubmilben. Antigene können von der bereits geschädigten Haut oder über die Atemwege aufgenommen werden und lösen dadurch weitere Reaktionen des Immunsystems aus.

Diagnose Neurodermitis

Die Diagnose von Neurodermitis beginnt mit der Anamnese, also der Befragung des Patienten durch den behandelnden Arzt. Der Arzt wird fragen, inwieweit Allergien beim Patienten oder in seiner Familie bekannt sind, inwieweit der Patient schädlichen Umwelteinflüssen oder Stress ausgesetzt ist und wie sich der Verlauf der Hautveränderungen darstellt. Da in 80 Prozent aller Diagnosen von Neurodermitis Allergien als auslösende Faktoren, sogenannte Triggerfaktoren, festgestellt werden, wird der Arzt in der Regel Allergietests durchführen, um festzustellen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Stellt der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung einen erhöhten Spiegel des Immunglobulins E fest, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose von Neurodermitis.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Neugeborene mit einem hohen Risiko an einer Allergie zu erkranken, geschützt werden können, wenn sie mindestens ein halbes Jahr von der Mutter gestillt werden. Müttern wird zudem angeraten während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes den Kontakt mit Tabakrauch zu meiden. Viele Betroffene erleiden aufgrund ihrer eigenen oder der Erkrankung ihres Kindes psychische Probleme und Stress. Auch hier sollten sich Betroffene dringend Hilfe suchen, da psychischer Stress Neurodermitis auslösen oder verschlimmern kann. Die bei Entzündungen im Rahmen der Neurodermitis oft verschriebenen Kortisonpräparate können durch andere Präparate ersetzt werden, die die Haut schonen.