Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Neurodermitis

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Neurodermitis
Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis kann abhängig von der Stärke der Ausprägung in drei Stadien eingeteilt werden. Als Symptome erscheinen auf der Haut Rötungen, Schuppungen, Entzündungen, Bläschen und Knoten bis hin zu rissiger Haut. Besonders unangenehm für Neurodermitispatienten ist in der Regel der Juckreiz und häufig auch ein Brennen der Haut. Die Krankheit entsteht, weil die Haut aufgrund verschiedener Ursachen nicht mehr fähig ist, sich vor Umwelteinflüssen und Belastung zu schützen. In Deutschland sind rund 3,8 Millionen Menschen von Neurodermitis betroffen, Kinder häufiger als Erwachsene. Die Krankheit kann zwar nicht geheilt werden, doch hat die Medizin diverse Therapieansätze, die helfen die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Neugeborene mit einem hohen Risiko an einer Allergie zu erkranken, geschützt werden können, wenn sie mindestens ein halbes Jahr von der Mutter gestillt werden. Müttern wird zudem angeraten während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes den Kontakt mit Tabakrauch zu meiden. Viele Betroffene erleiden aufgrund ihrer eigenen oder der Erkrankung ihres Kindes psychische Probleme und Stress. Auch hier sollten sich Betroffene dringend Hilfe suchen, da psychischer Stress Neurodermitis auslösen oder verschlimmern kann. Die bei Entzündungen im Rahmen der Neurodermitis oft verschriebenen Kortisonpräparate können durch andere Präparate ersetzt werden, die die Haut schonen.

Diagnose Neurodermitis

Die Diagnose von Neurodermitis beginnt mit der Anamnese, also der Befragung des Patienten durch den behandelnden Arzt. Der Arzt wird fragen, inwieweit Allergien beim Patienten oder in seiner Familie bekannt sind, inwieweit der Patient schädlichen Umwelteinflüssen oder Stress ausgesetzt ist und wie sich der Verlauf der Hautveränderungen darstellt. Da in 80 Prozent aller Diagnosen von Neurodermitis Allergien als auslösende Faktoren, sogenannte Triggerfaktoren, festgestellt werden, wird der Arzt in der Regel Allergietests durchführen, um festzustellen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Stellt der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung einen erhöhten Spiegel des Immunglobulins E fest, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose von Neurodermitis.

Therapie Neurodermitis

Die Stillung des Juckreizes, die Pflege der Haut und die Verhinderung allergischer Reaktionen sind die wichtigsten Ansätze bei der Therapie von Neurodermitis. Haben Allergietests nachgewiesen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert, so ist er angehalten, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Bei der Hautpflege haben sich Salben und Cremes mit Harnstoff, auch Urea genannt, bewährt. Auch feuchtigkeitsspendende und rückfettende Cremes sollten bei der Hautpflege eingesetzt werden. Die Reinigung der Haut mit pH-neutralen Produkten ist ebenfalls zu empfehlen. Gegen den Juckreiz können auch feuchte Umschläge helfen. Wichtig ist auch die disziplinierte und tägliche Mitarbeit des Patienten für die Linderung der Symptome.

Was ist Neurodermitis?

Der Begriff Neurodermitis ist abgeleitet von den griechischen Worten „Neuron“ für Nerv, „Derma“ für Haut und „-itis“ als Endung, die eine entzündliche Erkrankung definiert. Der Begriff stammt also aus einer Zeit, in der die Medizin davon überzeugt war, dass es sich bei Neurodermitis um eine Entzündung der Nerven handele. Mediziner bezeichnen die Krankheit daher heute als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis. Atopische Erkrankungen zeichnen sich durch eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems gegen bestimmte äußere Reize oder Substanzen aus. Neurodermitis tritt besonders häufig in Industrieländern auf. Experten vermuten, dass zum einen genetische Faktoren aber auch Umwelteinflüsse als sogenannte Triggerfaktoren Neurodermitis auslösen.

Die Formen der Hautveränderungen können bei Neurodermitis sehr unterschiedlich sein und reichen von trockener Haut, nässenden Hautausschlägen, herpesartigen Bläschen, Knötchen, Verkrustungen oder Schuppungen bis zu schmerzhaften Einrissen der Haut. Bei fast allen an Neurodermitis erkrankten Personen juckt die Haut. Die Stärke des Juckens variiert jedoch.

Die Ausformung der Neurodermitis ist abhängig von ihrem Stadium, wobei drei Stadien unterschieden werden. Im ersten, dem akuten Stadium treten Ekzeme auf, die bis zu vier Wochen bestehen bleiben können und eventuell nässen oder Krusten bilden. Können die Entzündungen nicht gestoppt werden, kommt es im zweiten, subakuten Stadium zu Hautrötungen, Schuppungen und zur Bildung von Knötchen. Im chronischen Stadium kann es zu einer Vielzahl von Hautveränderungen kommen wie etwa die Vergrößerung von betroffenen Hautfeldern, verstärkter Schuppung, Verhornung, Hautrissen oder zur Veränderung der Hautfarbe. Ursache der Neurodermitis ist, dass sich die Haut nicht ausreichend vor Umwelteinflüssen, also dem Kontakt mit mikrobiologischen, chemischen und auch physikalischen Reizen schützen kann.

Vor allem Kinder sind von Neurodermitis betroffen

Oft beginnt Neurodermitis bereits im Kindesalter und verläuft dann in Schüben. In Europa sind 10 bis 15 Prozent der Kinder und 1,5 bis 3 Prozent der Erwachsenen von Neurodermitis betroffen. Ekzeme, also entzündliche Reaktionen der Haut, erscheinen bei Kindern meist im Kopf- und Wangenbereich, bei Erwachsenen sind häufiger die Füße, Hände oder der Nacken betroffen. In Deutschland leiden rund 3,8 Millionen Menschen an der Krankheit.

Für viele Betroffene ist die Diagnose Neurodermitis ein Schock, da sie derzeit nicht heilbar ist und oft erhebliche Einschränkungen im Alltag und in der Lebensqualität mit sich bringt. Insbesondere bei Kindern kommt es vor, dass die Krankheit nach einiger Zeit wieder verschwindet. Bei manchen Neurodermitispatienten ist die Erkrankung gekennzeichnet durch akute Phasen und solche, in denen keine Symptome sichtbar und spürbar sind. Eine Behandlung bei Neurodermitis integriert diverse Wege von der Vermeidung schädlicher Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten über Ernährungsumstellung, spezielle Pflege der Haut, Einnahme und äußerliche Anwendung von Medikamenten bis hin zu speziellen Luft- und Lichttherapien. Vorrangiges Ziel jeder Behandlung von Neurodermitis ist die Vermeidung der Symptome wie Jucken oder Brennen, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Guido Maiwald

26. Juli 2016
Hauterkrankungen können mit einer Allergie einhergehen. In solchen Fällen kann der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel u. U. die Symptome der Hauterkrankung verschlimmern.
  
14. Juli 2016
Die Kosten für die Basistherapie bei Neurodermitis in Form von Cremes und Salben werden in Deutschland i. d. R. nicht von den Krankenkassen übernommen.
  
20. Juni 2016
Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder verschiedenen Juckreizerkrankungen kann eine Rehabilitation sinnvoll sein. Diese dauert in der Regel drei Wochen.
  
06. Juni 2016
Bei Menschen mit Neurodermitis, die zusätzlich an einer Pollenallergie leiden, kann der Pollenflug zu Ekzemschüben führen. Am wichtigsten für die Therapie ist die Allergenvermeidung.
  
02. Juni 2016
Da Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis äußerlich sichtbar sind, leiden viele Betroffene auch unter psychischen Problemen.